In den Osterferien 2026 reisten wir (Bettina Arns und Franziska Schuster) nach Tansania und besuchten die MILELO-Grundschule in Arusha. Die staatlichen Schulen in Tansania sind häufig mit über 50 Kindern pro Klasse völlig überfüllt. Und selbst die geringen Kosten für diese Schulen können sich in Arusha aktuell über 300 Kinder nicht leisten und haben somit keinen Zugang zu Bildung.
MILELO und der dahinterstehende gemeinnützige Verein Education is Light e.V. ändern das für unsere 30 Erstklässlerinnen und Erstklässler, die im Januar 2026 zur Eröffnung der MILELO-Grundschule Willkommen geheißen werden konnten.
Das kleine Gebäude der MILELO-Grundschule liegt am äußeren Rand von Arusha und befindet sich auf einem kleinen süßen Grundstück, umgeben von schönen, grünen Maispflanzen und schattenspendenden Bananenstauden.
Am ersten Tag nach den Osterferien warten, als wir ankommen, bereits 3 Erstklässer geduldig aber voller Vorfreude auf die Ankunft ihrer Lehrerin, die mit den übrigen Kindern im Schulbus um kurz vor 8 an der Schule eintrifft. Teacher Baby, die den Kindern 5 Tage die Woche sowohl Swahili als auch Englisch, Mathe, Health Care und weitere Fächer beibringt, wird von den wartenden Kindern mit freudigen Umarmungen begrüßt und man kann die Wertschätzung und Verbundenheit der Kinder gegenüber ihrer Lehrerin sehen und spüren. Nachdem die Kinder ihre Rucksäcke in den Klassenraum gebracht haben, treffen wir uns draußen mit ihnen zum Morgenkreis und bekommen eine Reihe von Liedern vorgesungen und vorgetanzt, die nur gute Laune erzeugen können. Egal ob Lieder auf Swahili oder Englisch, ob der eigene MILELO-Schulsong oder uns unbekannte Lieder: die Begeisterung der Kinder ist ansteckend, sodass wir alle mitsingen und mittanzen.
Auch im Klassenraum wird die vertrauensvolle Beziehung zwischen den Kindern und ihrer Lehrerin deutlich. Umgeben von Hilfekarten, selbstgebastelten Wimpelketten, gemalten Bildern und Lernplakaten zeigen die Kinder eine Begeisterung und Motivation zu lernen, die uns beeindruckt. Auch die Menge an Wissen, die die Kinder in den ersten 3 Monaten ihrer Schullaufbahn schon in sich aufgesogen haben, überrascht uns. Mit viel Freude und eingeübten Bewegungen und in einer Lautstärke, die sich nur mit ‚rausgebrülltem Stolz’ beschreiben lässt, zählen die Kinder gemeinsam mit Teacher Baby auf Englisch bis 100. Auch einfache Gespräche auf Englisch funktionieren bereits und da, wo die englische Sprache noch nicht aussreicht, funktioniert die nonverbale Kommunikation hervorragend. Die Erstklässlerinnen und Erstklässler freuen sich über jeden aufmerksamen Blick, jedes Lächeln oder Winken. Mit „Teacher Bettina-“ und „Teacher Franzi“-Rufen bilden sich Trauben um uns aus Kindern, die stolz ihre Schul- und Hausaufgaben präsentieren und korrigiert bekommen wollen. Für gute und fleißig gemachte Aufgaben oder besonderes Engagement können die Kinder Sterne sammeln, die neben ihren Namen an die Tafel gemalt werden. Die Motivation ist enorm.
Nach der ersten Unterrichtsstunde gibt es Porridge, vorbereitet von der Köchin Mama Africa. Für viele Kinder sind das Frühstück und das Mittagessen in der Schule die einzigen Mahlzeiten am Tag. Auch in den Ferien durften Kinder stundenweise in die Schule kommen, um sich Essen abzuholen, da es bei einigen zuhause nicht genügend Essen für alle gibt. Neben Teacher Baby, Köchin Mama Africa und dem Busfahrer, die für ihre Arbeit bezahlt werden, arbeiten und helfen noch viele weitere Hände freiwillig und ehrenamtlich mit. Zum Teil helfen Bekannte, Freundinnen und Freunde von den beiden tansanianischen Gründungsmitgliedern mit; jedoch sind auch ein Paar Eltern der Schülerinnen und Schüler vor Ort und unterstützten dort mit verschiedenen Arbeiten, um sich eine Kleinigkeit zu verdienen oder um auch eine warme Mahlzeit zu erhalten.
Mit gefüllten Mägen lässt es sich für die Kinder viel besser rechnen, lesen, schreiben und lernen. Da die Erstklässlerinnen und Erstklässler bisher keine eigenen Schulmaterialien haben, ist das Gewusel um Spitzer, Radiergummi und Lineale groß. Stifte können sich die Kinder vorne vom Pult – einem kleinen Tisch aus Plastik – ausleihen; andere Materialien reichen allerdings nicht für jedes Kind einzeln.
Als die vom El Dorado in Flörsheim und der Weingartenschule in Kriftel gespendeten Mäppchen ausgeteilt werden und jedes Kind sein eigenes gefülltes Mäppchen erhält, ist die Überraschung, Begeisterung und das Staunen riesengroß. So richtig begreifen die Kinder erst zurück im Klassenraum, was sie da gerade geschenkt bekommen haben. Begeisterungsrufe und pure Freude über den ersten eigenen Radiergummi oder das eigene Lineal sind (auf Swahili) aus allen Richtungen zu hören und die empfundene Wertschätzung lässt uns ziemlich schniefend zurück.
Egal ob Eltern, Kinder oder Mitarbeitende: alle strahlen eine wahnsinnige Dankbarkeit und Liebe für dieses so so wichtige Projekt aus und kommunizieren dies offen und ehrlich. Das starke Gemeinschaftsgefühl und familiäre Miteinander an der MILELO-Grundschule sind etwas, das uns alle berührt und nachhaltig beeindruckt. So persönlich mitzubekommen, welchen gravierenden positiven Einfluss ein sicherer Ort, gesunde und regelmäßige Mahlzeiten, ein freundliches und wertschätzendes Miteinander und die Möglichkeit zur Bildung auf die Kinder haben, ist nur schwer in Worte zu fassen. Wenn wir nicht schon vorher von Herzen überzeugt von diesem Projekt gewesen wären, hätte unser Besuch dort uns endgültig überzeugt.
Wir sind sehr stolz darauf, dass die WGS offizielle Partnerschule der MILELO-Grundschule in Tansania ist und sich beispielsweise durch den Meilenlauf am 30.04.2026 für MILELO engagiert. Wir freuen uns riesig auf alles Weitere, was da noch kommt – zum Beispiel unsere MILELO-AG, die ab dem nächsten Schuljahr starten wird!
Asante sana an alle Interessierten und Fördernden!
Bettina Arns und Franziska Schuster



























