Theaterstück von La Senty Menti an der WGS

Am Dienstag, den 23. September gastierte das Frankfurter Theater La Senty Menti an der WGS. Auf dem Programm stand das Stück All that matters, eingeladen waren alle 10. Klassen im Gymnasial- und im Realschulzweig. Die Inszenierung erzählt die Erlebnisse der elfjährigen Jüdin Vera Gissing während des Holocausts und  wurde 2024 mit dem Kinder- und Jugendtheaterpreis „Karfunkel“ der Stadt Frankfurt ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt des Stücks steht die Geschichte von Vera Gissing, geborene Diamant. Gemeinsam mit ihrer Schwester musste sie 1939 ihr Heimatdorf nahe Prag verlassen, nachdem die Nazis die Tschechoslowakei besetzt hatten. Die Eltern vertrauten ihre Töchter einem der Kindertransporte an, die vom britischen Bankier Nicholas Winton organisiert wurden und rund 10.000 jüdischen Kindern das Leben retteten. Mit nichts als einem kleinen Koffer reiste Vera nach England, wo sie bei einer Pflegefamilie ein neues Leben begann.

Hauptdarstellerin Liora Hilb hatte in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel Auszüge aus Veras Tagebuch entdeckt und für die Bühne bearbeitet. Sie verband die Texte mit eigenen Reflexionen und ließ so Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen. Co-Darstellerin Beate Jatzkowski begleitete die Szenen mit Akkordeonmusik, mal atmosphärisch untermalend, mal dialogisch ergänzend. Hinter halbhohen, schwarz-weißen Figuren schlüpften die beiden Darstellerinnen in wechselnde Rollen: Veras Eltern, ihre Pflegefamilie, ein Nazi-Offizier – und Nicholas Winton.

Die comicartig gezeichneten Figuren stammen von der Illustratorin Leonore Poth, die auch einen Animationsfilm beisteuerte. Mit wenigen Requisiten, klaren Bildern und einer eindringlichen Sprache gelang es dem Ensemble, Flucht und Verfolgung greifbar zu machen. Die Beschränkung auf das Wesentliche ließ das Wort umso stärker wirken.

Zum Abschluss richtete Liora Hilb Fragen an das Publikum: „Was hat euch bewegt? Welche Botschaft nehmt ihr mit?“ Die Antworten machten deutlich, welch tiefen Eindruck das Stück hinterlassen hatte und wie sehr es die Jugendlichen berührt hat.

 

Frau Franzke, die ihre Klassen im Vorfeld vorbereitet hatte, zog ein klares Fazit: „Ich hoffe, ihr wehrt euch immer gegen Vorurteile – auch im Alltag. Für Demokratie einzustehen bedeutet, wachsam zu sein. Geschichte darf sich nicht wiederholen.“

Ein großes Dankeschön geht an den WGS-Förderverein, der durch seine großzügige finanzielle Unterstützung dieses Theaterereignis möglich gemacht hat.

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